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Die 4 größten Bio-Lügen: Wie bio ist Biokunststoff wirklich?

Er soll die Umwelt retten, Marine Litter in den Weltmeeren reduzieren und am Ende seines Daseins einfach spurlos verschwinden: Biokunststoff. Seit das Umweltbewusstsein der Bevölkerung wächst, werben diverse Händler mit der Bio-Kompatibilität ihrer Produkte: Sie versehen ihre Artikel mit einem vermeintlich aussagekräftigen Bio-Siegel und freuen sich über zahlreiche Kunden, die aus Umweltgedanken kompostierbare Biokunststoff-Tüten kaufen. Doch wie bio ist Biokunststoff wirklich? Wir räumen mit den 4 größten Bio-Lügen auf und verraten Ihnen, was wirklich hilft.

BIO-LÜGE #1: WO BIO DRAUFSTEHT, IST AUCH BIO DRIN!

Im Zusammenhang mit Kunststoff steht die Auszeichnung „bio“ für verschiedene Auslegungen: Ein Produkt darf das Bio-Siegel tragen, wenn ein nachwachsender Rohstoff als Grundlage für das Produkt verwendet wurde – und/oder dann, wenn das Endprodukt biologisch abbaubar ist. Tatsächlich gibt es viele Bioprodukte, auf die beides zutrifft, doch manche erfüllen nur die erstgenannte Bedingung– und dürfen sich trotzdem Bio nennen! Aus welchen Rohstoffen die Produkte bestehen können Verbraucher von außen kaum feststellen und müssen auf die meist vagen Angaben der Hersteller vertrauen. en.

BIO-LÜGE #2: BIOKUNSTSTOFF IST KOMPOSTIERBAR!

Einkaufs- und Mülltüten aus Bioplastik werden damit beworben, dass sie kompostierbar sind. Kompostierbar bedeutet, dass sich das Material durch Lebewesen oder deren Enzyme in seine Bestandteile auflösen lässt, welche rein organisch sind und der Umwelt nicht schaden. Durch die Wortwahl auf Bio-Produkten gehen viele Verbraucher davon aus, dass Biokunststoffe im Garten auf den Komposthaufen geworfen werden können. In Wahrheit lassen sie sich nur sehr langsam und unter ganz bestimmten Bedingungen zersetzen, die so nur in industriellen Anlagen existieren. Ein Produkt, welches das Kompost-Siegel trägt, zerfällt innerhalb von zwölf Wochen. Ein normaler Kompostierprozess in den Müllanlagen dauert jedoch nur sechs Wochen. Letztlich muss das Bioplastik also doch aussortiert und verbrannt werden.

BIO-LÜGE #3: BIOKUNSTSTOFF BELASTET DIE ÖKOBILANZ NICHT!

Nachwachsende Rohstoffe, die für die Produktion von Biokunststoff verwendet werden, sind unter anderem Maisstärke, Zuckerrohr, Bambus oder Holz. Um in großen Mengen Kunststoffprodukte aus diesen Rohmaterialien herstellen zu können, müssen sie zunächst angebaut werden. Dadurch ergibt sich folgendes Dilemma: Die Nutzung von Pflanzen als Rohstoff konkurriert mit der Nahrungsmittelproduktion, da wichtige Anbauflächen „verlorengehen“. Zusätzlich zu den Flächen benötigt der Anbauvorgang Dünger und große Mengen Wasser. Die ökologische Gesamtbilanz ist am Ende nicht besser als bei der Herstellung von Kunststoff aus Nicht-Biorohstoffen.

BIO-LÜGE #4: TÜTEN AUS BIOKUNSTSTOFF SIND NACHHALTIG!

Wirklich nachhaltig sind nur jene Materialien, die sich mehrfach verwenden lassen. Ob Baumwolle, verstärktes Papier, Kunststoffe aller Art oder ein Korb aus Bast – jeder Behälter, der über längere Zeit stabil bleibt, ist umweltschonender als ein Produkt, das nach einmaligem Gebrauch entsorgt wird. Unser Tipp: Besorgen Sie sich eine Tragetasche mit einem schönen Motiv oder Spruch darauf oder gestalten Sie sie selbst! Auf diese Weise können sie sich jeden Tag darauf freuen, sie wieder zu verwenden.

FAZIT

Die bisher größte Rohstoffquelle zur Kunststofferzeugung, das Erdöl, wird versiegen. Spätestens wenn die Vorkommen aufgebraucht sind, muss Kunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen synthetisiert, um alle Bedürfnisse zu befriedigen, auf die wir heute nicht mehr verzichten wollen. Doch das Material, das aktuell als „bio“ und „kompostierbar“ vertrieben wird, ist noch lange nicht so ausgereift, wie Hersteller suggerieren. Er lässt sich nur sehr langsam und unter speziellen Bedingungen zersetzen. Zudem ist nicht jeder Biokunststoff abbaubar – manche Sorten bestehen lediglich aus nachwachsenden Rohstoffen. Dass diese durch Massenanbau dem Ökosystem eher schaden können, wird übersehen. Sinnvoller als Verpackungen oder Tüten aus Biokunststoff sind also wiederverwertbare Tragetaschen.

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