Die Begriffe Kunststoff, Plastik und Polymere werden im Alltag häufig synonym verwendet. Doch was genau sind Polymere? Worin unterscheiden sich natürliche und anthropogene (synthetische) Polymere? Und welche Rolle spielen sie in Industrie, Technik und unserem täglichen Leben?
Mit fünf zentralen Fragen bringen wir Klarheit in die Werkstoffkunde.
Was bedeutet der Begriff Polymer?
Polymere sind chemische Verbindungen, die aus sehr großen Molekülen (Makromolekülen) bestehen.
Der Begriff stammt aus dem Altgriechischen: polý bedeutet „viel“, méros bedeutet „Teil“. Ein Polymer ist also ein Stoff, der aus „vielen Teilen“ besteht.
Diese Teile sind sich wiederholende Struktureinheiten (Monomere), die sich zu langen Molekülketten verbinden. Dadurch erhalten Polymere ihre typischen Eigenschaften wie Formbarkeit, Elastizität oder Festigkeit.
Man unterscheidet:
- synthetische (anthropogene) Polymere
die industriell hergestellt werden - natürliche Polymere (Biopolymere)
die in Lebewesen entstehen
Wichtig: Ein Polymer ist die chemische Grundstruktur. Ein Kunststoff ist der Werkstoff, der aus Polymeren und Zusatzstoffen besteht.

Was ist der Unterschied zwischen anthropogenen und natürlichen Polymeren?
Während natürliche Polymere seit Millionen Jahren existieren, ermöglicht die synthetische Herstellung eine gezielte Anpassung von Eigenschaften – etwa Hitzebeständigkeit, Elastizität oder chemische Resistenz.
Welche anthropogenen Polymere gibt es?
Die Vielfalt synthetischer Polymere ist groß – auch wenn ihre chemischen Namen im Alltag selten bekannt sind.
Aus diesen Polymeren entstehen zahlreiche Produkte wie Folien, Gummi, Klebstoffe, Plexiglas oder technische Formteile.
Gerade in der Kunststoffverarbeitung – etwa im Spritzguss – sind thermoplastische Polymere unverzichtbar, da sie sich präzise formen und wirtschaftlich in Serie produzieren lassen.
Sind biologische Polymere immer abbaubar?
Ein häufiger Irrtum ist die Annahme, dass alle Biopolymere automatisch biologisch abbaubar sind – während synthetische Polymere es nicht sind.
Tatsächlich gibt es Überschneidungen:
- Zellophan oder Stärkeblends sind künstlich hergestellt, aber biologisch abbaubar.
- Bestimmte Polymere auf Ethanolbasis entstehen aus natürlichen Rohstoffen, sind jedoch nicht automatisch biologisch zersetzbar.
Ob ein Polymer abbaubar ist, hängt von seiner chemischen Struktur und den Umweltbedingungen ab – nicht allein von seinem Ursprung.
Diese Differenzierung ist insbesondere im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft von Bedeutung.
Wie werden Polymere im Alltag, in Wissenschaft und Industrie genutzt?
Polymere sind heute einer der wichtigsten Werkstoffe weltweit.
Gerade synthetische Polymere bilden die Grundlage der modernen Kunststoffindustrie. Ohne sie wären viele technische Innovationen nicht realisierbar oder deutlich teurer.
Ihre Eigenschaften – geringes Gewicht, Korrosionsbeständigkeit, Formfreiheit – machen sie zu einem unverzichtbaren Werkstoff moderner Produktion.






